Interessante Geschenke-Geschichte(n)

Geschenke haben auch in der Geschichte eine lange Tradition. Ganz gewiss gab es Geschenke als Mitbringsel und als Ausdruck von Respekt und Dankbarkeit schon lange vor unserer Zeitrechnung. Aufzeichnungen dazu gibt es leider keine.

Berühmte Geschenke in der Geschichte gibt es aber vielfach in der griechischen Antike. So war das Trojanische Pferd ein "Geschenk" der Griechen (auch Danaer genannt) an die Trojaner, das diese in die belagerte Stadt holten. Leider saßen darinnen griechische Kämpfer, die nachts die Stadttore öffneten, was zu Trojas Untergang führte. Daher auch der Begriff "Danaergeschenk". Aber hölzerne Pferde waren ja nicht unbedingt die gängige Geschenkidee damals. Üblicherweise wurden eher Öle und Parfums verschenkt. Oder wie wäre es mit Gold, Weihrauch und Myrrhe, so wie bei den Heiligen Drei Königen?

Diplomatischere Geschenke

Jaja, die Geschenke der Könige. Manche verschenkten sogar sich selbst. So wie Kleopatra, die sich - so erzählt die Geschichte - in einen edlen Teppich eingewickelt dem Caesar überbringen ließ. Sein Nachfolger Antonius schenkte ihr wiederum zur gemeinsamen Hochzeit strategisch wertvolle Gebiete in Syrien, Kreta und Kilikien. Und sie schenkte ihm drei Kinder.

Im Mittelalter beschenkten sich die Könige in Europa gern mit Präsenten, die beeindrucken und Macht und Reichtum zeigen sollten. Ganz spektakuläre Geschenke ihrer Zeit waren beispielsweise die Elefanten. Der erste Elefant kam nach einem Kreuzzug nach Europa und ging 1255 als Geschenk an Heinrich III. nach London - der Schenkende war übrigens Ludwig IX. von Frankreich. Im 16. Jahrhundert wurde es zu einer richtigen Mode, sich im Rahmen diplomatischer Geschenke mit indischen Elefanten zu beschenken. Eine Besonderheit war dann der afrikanische Elefant, der 1668 als diplomatisches Geschenk aus Portugal an den Hof Ludwig XIV. nach Frankreich kam, wo er dann 1681 starb.

Aber auch Falken waren zu dieser Zeit ein imageträchtiges Geschenk. Für Gerfalken, eine in Nordeuropa lebende Falkenart, wurden im Mittelalter und in der Neuzeit hohe Preise gezahlt. Entsprechend wertvoll waren sie als Geschenk. Bereits im 17. Jahrhundert schickte der russische Zar Boris Godunow dem Schah von Persien und dem Kaiser von China Gerfalken als Geschenk. Im 18. Jahrhundert kaufte der dänische Königshof im Verlauf eines halben Jahrhundertsknapp 5.000 Falken auf, um sie als diplomatische Geschenke weiterzugeben.

Große und teure Geschenke

Eines der wohl auch heute noch wertvollsten Geschenke in der Geschichte dürfte das legendäre Bernsteinzimmer sein. 1716 ging es als Präsent des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. an den russischen Zaren Peter den Großen. Dort war es fast 200 Jahre lang das Schmuckstück im Katharinenpalast in Zarskoje Selo bei Sankt Petersburg. Im zweiten Weltkrieg wurde es demontiert und nach Königsberg gebracht. Dort ging es 1945 in den Kriegswirren verloren. Der Wert wird heute mit 130 Millionen Euro veranschlagt.

Ein (im wahrsten Sinne des Wortes) ganz großes diplomatisches Präsent war die amerikanische Statue of Liberty oder Freiheitsstatue. Sie war ein Geschenk Frankreichs an die Vereinigten Staaten, zur Erinnerung an die Unabhängigkeitserklärung aus dem Jahr 1776. Die 46,5 m hohe und 225 Tonnen schwere Statue wurde 1885 in 214 Kisten verpackt nach New York geschickt und 1886 eingeweiht.

Sehr viel kleiner, aber auf keinen Fall preisgünstiger sind die Präsente in Form kostbaren Schmucks. Diese Pretiosen kosten oft ein Vermögen. So soll der reichste Fußballer der Welt seiner Frau zu ihrem 32. Geburtstag Schmuck im Wert von 12 Millionen gekauft haben - ob das nun Euro oder Dollar waren, dürfte bei einer solch astronomischen Summe fast schon keine Rolle mehr spielen.

Wie gut zu wissen, dass die größten oder die teuersten Geschenke nicht automatisch auch die schönsten sind ...